Lexikon der Buchbindekunst

Alle wichtigen Begriffe von A-Z

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  • Material zum Beschreiben und Bedrucken, wurde in China 100 n. Chr. erfunden und nach dem in Ägypten hergestellten Papyrus benannt. Kommt in vielen Variationen vor, früher handgefertigt (Bütten) heute maschinell auf Papiermaschinen hergestellt.

  • Seit 1959 Bezeichnung für eine ganz mit Papier überzogene Einbanddecke, da die ursprüngliche Bezeichnung "Pappband", dessen Einbanddecke aus einem Stück dünner Pappe gearbeitet wurde, nicht mehr zutrifft.

  • Ursprüngliche Einbanddecke, die aus einer dünnen Pappe bestand, an die Gelenke und die Rückenbreite angebrochen wurde (gebrochener Rücken). Im 19.Jh. wurde der "gebrochene Rücken" unter stärkere Deckel geklebt und die Decke mit Papier überzogen. Seit 1959 wird für die inzwischen noch einfacher gewordene Einbandart der Name "Papierband" vorgeschlagen, das der Rücken nicht mehr aus Pappe besteht. In Frankreich werden Pappbände Cartonnagen genannt.

  • Die Pappe hat ihren Ursprung im Orient, denn dort waren die mittelalterlichen europäischen Holzdeckel für Bucheinbände unbekannt. Heute kennt man verschiedene Arten von Pappe. Die Grau- oder Buchbinderpappe oder die Leder- oder Kartonagenpappe. Daneben gibt es noch die aus Stroh hergestellte "Strohpappe", die allerdings sehr brüchig ist, genauso wie die "Holzpappe". Während der Buchbinder fast ausschließlich Grau- oder Buchbinderpappe, auch "Handpappe" genannt, verwendet, finden Hartfaserplatten, Pressspan und Wellpappe in anderen Bereichen Verwendung. Die Grau- o der Buchbinderpappe wird aus Altpapier auf Rundsiebmaschinen hergestellt und kann bis zu einer Dicke von 3 mm gearbeitet werden

  • Pergament ist neben Leder eines der wertvollsten Einbandmaterialien. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert wurde es gerne zum Einbinden von Büchern und Akten verwendet. Seine Vorzüge sind außerordentliche Festigkeit und Unverwüstlichkeit, was seine Beliebtheit als Material für Gebrauchseinbände und Koperte erklärt. Heute kommt in der Regel nur noch der Restaurator mit Pergament als Bezugsstoff in Berührung.

  • Pergamin (auch: Pergamyn) ist ein aus fein gemahlenem Zellstoff hergestelltes, weitgehend fettdichtes, aber nicht nassfestes Papier. Seine hohe Transparenz erhält es durch sehr scharfe Satinage.

  • Zur Verzierung von Buchdecken, zur Aufbringung des Titels und für sonstige Arbeiten werden Prägefolien verwendet, wobei die Schrift oder Verzierung in der Prägepresse erhitzt und unter Druck auf die Folie gepresst wird, die dem zu prägenden Gut aufliegt. Dadurch erscheint ein Abbild der Schrift auf dem Prägegut. Prägefolien, auch als Trägerfolien bezeichnet, können Farb- oder Metallfolien sein, wobei die Farben oder Metalle auf ein Trägermaterial aufgebracht sind. Auf dieser Trägerschicht befindet sich eine Wachsschicht, unter der sich die eigentliche Farb- oder Metallschicht befindet, die wiederum von einer aus Klebelacken bestehenden Schicht bedeckt ist.

  • Bedrucken einer Einbanddecke in der Präge- oder Vergoldepresse. Für das Präge werden Druckformen aus gravierten Platten und Lettern aus 6,6 mm dicken Einzelbuchstaben verwendet, Großauflagen bedingen gravierte Messingplatten, kleinere können chemigrafisch geätzt und dann aus Zink oder Elektron bestehen. Nach 1945 kamen Kleinprägepressen für Einzelzeilen auf, die mit den üblichen Buchdrucklettern und Buchbinder-Messingschriften beschickt werden. Es sind ausgesprochene Titeldruckpressen für den Sortimenter, doch lassen sich in den größeren Modellen mehrere Zeilen einheben und mit Buchdrucker-Schließzeugen schließen. Die Vervollkommnung der Buchbinder-Rollen-Prägefolien führte zum Abgehen von den pastigen Buchbinderprägefarben, da sie besser decken und sich ohne Schwierigkeiten handhaben lassen.

  • Lettern aus Messing oder,  heute weit verbreitet, aus Zink-Aluminium. Mit Prägeschriften werden in Prägepressen Titel geprägt. Es gibt neben den Prägeschriften auch Prägelinien und Schmuckornamente.

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